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Umbau mit Hindernissen

Und so war es dann auch. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie anstrengend und Kräfte zehrend der Umbau war. Es gab so viele Herausforderungen die wir vorher bei weitem nicht bedacht hatten. 

 

Nachdem wir zwei Jahre überlegt haben wie wir weitermachen. Weitermachen? Was habt ihr denn zuvor gemacht fragst du dich bestimmt. Ok nochmal zum Anfang zurück.

 

Wir haben zusammen einen Milchviehbetrieb gehabt mit circa 150 Milchkühen und deren Nachzucht. Das heißt auf dem Hof waren im Schnitt 300 Tiere zu versorgen. Jetzt kann man sich vorstellen das diese lieben Kühe sehr viel Futter brauchten was wir jedes Jahr selbst produziert haben. Silo machen, Gülle fahren, Sähen und co. Eben alles was zu so einem Job dazu gehört. Tiere gut versorgen und zweimal täglich zum melken da sein. Das war schon viel Arbeit. Ein Fulltime Job im wahrsten sinne des Wortes. 


Warum habt ihr aufgehört?

Die wohl meist gestellte Frage. Da ich keinen Roman verfassen will hier die Kurzform. Die Politik macht es den Landwirten in Deutschland sehr schwer. Immer mehr Auflagen, höhere Abgaben und das zu niedrigen Preisen. Der Markt bestimmt die Preise und nicht der Landwirt. Dazu kommt einfach noch die Bereitschaft 24/7 zu arbeiten und kaum Freizeit zu haben. 

 

Für uns war klar das wollen wir nicht mehr. Wir wollen Zeit für Familie und Freunde haben und Reisen.


Umbau ins ungewisse

Nach der Planung und Beratung durch eine Profi Firma ging alles relativ schnell. Die Kühe wurden verkauft und abgeholt. Teilweise konnten sie in großen Gruppen zusammen bleiben und einige gingen in die Nachbarschaft. 

 

Dann begann ein ganzer Behörden nun neben dem Umbau. Es gab zahlreiche Auflagen die es einzuhalten gab. Mal wurde falsches Material geliefert oder kam zu spät an, dann verletzte mein Mann sich noch beim Holz rücken im Wald. Er fiel mehrere Wochen aus und zwischen drin gab es noch eine Reise nach Irland mit meiner Mutter und meiner Schwester. Die hatten wir meiner Mutter geschenkt als es noch nicht klar war das alles umgebaut wird. Un mittendrin ist irgendwie auch noch unser zweites Kind geboren. 

 

Der ganze Umbau und zwei sehr kleine Kinder dazu stellten uns auf eine große Probe. In so einer Zeit als Familie noch zu funktionieren ist eine Herausforderung. Diese gelang nicht immer was aber auch normal ist in so einer Zeit passieren manchmal Dinge ganz schnell. Man ist übermüdet und gereizt und hat die Ungewissheit ob das hier überhaupt alles funktionieren wird. 



Ein Ende in sicht

Ein Startup ist schnell gegründet, Erfolg damit zu haben braucht Zeit. 

 

Diese Erfahrung machten auch wir. Natürlich hatten wir auch einen Business Plan der über drei Jahre ging. Und trotzdem kommt einem diese Zeit unendlich vor. Wir sind jetzt im zweiten Jahr und fast am Ziel. Das ist ein beruhigendes Gefühl und wir wissen nun das es für uns die beste Entscheidung war. Wir sind nun viel Flexibler, bekommen leichter Mitarbeiter und können viel entspannter in den Urlaub gehen. 

 

Ich würde immer wieder jeden dazu ermutigen seine Träume und Ziele zu verfolgen. 

Wir sind bereits bei unserem nächsten Startup angelangt und das ist die Wagyu Vermarktung. Lange still stehen können wir nicht und suchen immer wieder nach neuen Möglichkeiten uns selbst zu verwirklichen.


Mit unseren Wagyus und der eigenen Heu Produktion haben wir der konventionellen Landwirtschaft dann doch nicht den Rücken gekehrt. Aber wir betreiben diese nun ganz anders. Unsere Mutterkuhhaltung ist für uns einfach die Haltung die wir uns für unsere Tiere wünschen und anstatt Silo zu machen haben wir im Sommer Hochsaison und machen circa 1300 Ballen im Jahr. Für uns ein ideale Lösung Qualität zu haben und gleichzeitig Geld durch Heu verkauf zu erzielen.